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Römisches Köln

Haus der Capitolinischen Götter

ERSTELLT 18.07.08, 21:30h, AKTUALISIERT 18.07.08, 23:37h

Im Praetorium wurde ein Modell des römischen Haupttempels präsentiert. Die Kölner Rekonstruktion, so der Kulturdezernent, stellt das größte moderne Korkmodell der Welt dar.

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Modellbauer Dieter Cöllen präsentiert sein Korkmodell des Haupttempels des römischen Köln, des Kapitolstempels. (Bild: Hennes)
St. Maria im Kapitol ist die größte der romanischen Kirchen Kölns - sie wurde im 11. Jahrhundert auf den Fundamenten des Haupttempels der römischen Kolonie erbaut. Schon ihr mittelalterlicher Name „St. Maria in Capitolio“ deutete auf diese Tatsache hin, aber erst im vergangenen Jahrhundert haben Forschungen des Archäologen Hugo Rathgens bewiesen, dass diese Bezeichnung einen wahren Kern hat. Rathgens fand unter der Kirche die Überreste jenes Tempels, der den Capitolinischen Gottheiten Jupiter, Juno und Minerva geweiht war. Seine kompletten Fundamente konnten ausgegraben werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde weiter gegraben, die Archäologen gewannen neue Erkenntnisse. Im März 2007 fand ein wissenschaftliches Kolloquium des Fördervereins Romanische Kirchen Köln zur Baugeschichte der Kirche statt. Auf diesem Kolloquium wurden gleich zwei Rekonstruktionen des Tempels vorgestellt, eine vom Archäologen Bernd Irmler (Römisch-Germanisches Museum), die zweite von Sven Schütte, dem Projektleiter der Archäologischen Zone. Bis auf einige Details stimmten diese Rekonstruktionen so weit überein, dass der Entschluss gefasst wurde, ein Modell des Tempels für die Ausstellung im Praetorium bauen zu lassen.

Während das Irmler-Modell als virtuelle Rekonstruktion der Fachhochschule Köln vorliegt, wurde Schüttes Rekonstruktionsversuch vom letzten Korkmodellbauer, Dieter Cöllen, realisiert. Kulturdezernent Georg Quander ließ es sich am Freitag nicht nehmen, das Modell - „das derzeit größte moderne Korkmodell der Welt“, wie er betonte - persönlich vorzustellen. Das von Cöllen angefertigte Modell verzichtet bewusst auf weiße Kunststoffoberflächen, sondern besteht ganz aus Kork - „ohne deshalb unwissenschaftlich zu sein“. Im 18. und 19. Jahrhundert waren Korkmodelle antiker Bauten beliebte Sammelobjekte der Fürstenhöfe Europas. (cd)



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