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St. Maria im Kapitol

Kölns Kapitol in Kork

ERSTELLT 18.07.08, 20:17h, AKTUALISIERT 18.07.08, 20:19h

St. Maria im Kapitol ist die größte romanische Kirche Kölns. Dass ihr Name auf einen römischen Kapitolstempel aus dem 1. Jahrhundert nach Christus an gleicher Stelle hinweist, hat der Forscher Hugo Rahtgens um 1908 herausgefunden.

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St. Maria im Kapitol
Köln - St. Maria im Kapitol ist die größte romanische Kirche Kölns. Dass ihr Name auf einen römischen Kapitolstempel aus dem 1. Jahrhundert nach Christus an gleicher Stelle hinweist, hat der Forscher Hugo Rahtgens um 1908 herausgefunden. Es war der prominenteste und größte Tempel, den Köln in der Römerzeit zu bieten hatte - mit mehr als 17 Meter hohen Säulen und sieben Meter hohen Türen. Das Kapitol wurde später mit seinen Materialien in die christliche Kirche transformiert. Noch heute sind Teile des Gebälks und andere große Stücke zu sehen, die in der Kirche verbaut wurden.

Ein imposantes Modell dieses Kapitolstempels im Maßstab 1:50 ist seit gestern im Praetorium unter dem Rathaus zu sehen. Die Stadt hatte es bei dem weltweit einzigen Korkmodellbauer Dieter Cöllen in Auftrag gegeben, der in Köln lebt. Kulturdezernent Professor Georg Quander erklärte, im Praetorium selbst könne man nachvollziehen, wie schwer es sei, Fundamente der Architektur richtig zu deuten. Man habe sich gegen ein virtuelles und bewusst für ein ganz traditionelles Verfahren entschieden, um die Dimensionen des Kapitolstempels deutlich zu machen, der auf einem Grundstück von rund 6000 Quadratmetern am Rhein stand.

„Hier ist wirklich jeder Zentimeter des Modells irgendwo belegt“, versicherte Dr. Sven Schütte, Projektleiter der Archäologische Zone. Er und der Archäologe und Bauforscher Bernd Irmler hatten den Tempel anhand der Befunde unabhängig voneinander rekonstruiert und waren zu nahezu identischen Ergebnissen gekommen. Deshalb hatte man sich dazu entschlossen, dieses „größte moderne Korkmodell der Welt“ fertigen zu lassen. Schütte betonte gestern, die in Aachen frisch gekrönten Könige seien in Köln nicht zuerst in den Dom, sondern zu St. Maria im Kapitol gegangen.

Der römische Tempel unter St. Maria im Kapitol war den Kapitolinischen Gottheiten Jupiter, Juno und Minerva geweiht. Um 690 hat Plektrudis, Frau von Pippin dem Mittleren, in den Ruinen der römischen Tempelanlage eine Marienkirche gegründet. (hap)



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